Neues Q-Grading: Was ändert sich mit dem Coffee Value Assessment (CVA)?
Mit der Einführung des Coffee Value Assessment (CVA) durch die Specialty Coffee Association (SCA) wird die bisherige Methodik des Q-Grading weiterentwickelt. Ziel ist es, Kaffee differenzierter zu beschreiben und verschiedene Aspekte der Qualität getrennt zu erfassen.
Dadurch ergeben sich einige Änderungen in der Bewertung von Rohkaffee.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Bisheriges Q-Grading | Neues CVA-System |
| Fokus auf einen Gesamtscore | Trennung verschiedener Bewertungsbereiche |
| Qualitätsbewertung über Punktesystem | Schwerpunkt auf Beschreibung und Einordnung |
| Häufig für Arabica genutzt um Specialty Coffee/nicht Specialty klar zu unterscheiden | Für Arabica, Robusta und Mischungen anwendbar |
| Sensorische Bewertung und Qualitätsurteil im selben Cupping | Objektive und subjektive Bewertung können getrennt erfolgen |
| Ein finales Ergebnis in Form einer Punktzahl | Mehrere Bewertungsformen je nach Anwendungszweck |
Vier Bewertungsbereiche statt einer Gesamtbewertung
Das neue CVA-System unterteilt die Bewertung in mehrere Bereiche:
Physical Assessment
Die physische Rohkaffeeanalyse bleibt weitgehend unverändert. Defekte, Feuchtigkeitsgehalt, Farbe und Siebgrößen werden weiterhin nach etablierten Verfahren erfasst.
Descriptive Assessment
Die Descriptive Form bildet die Grundlage der sensorischen Bewertung. Hier werden Aromen, Geschmacksrichtungen, Mundgefühl und Intensitäten beschrieben, ohne daraus direkt einen Qualitäts-Score abzuleiten.
Affective Assessment
Die Affective Form dient der subjektiven Bewertung eines Kaffees. Dabei kann die Beurteilung beispielsweise anhand einer bestimmten Marktpräferenz oder persönlichen Präferenz erfolgen. Für eine möglichst unabhängige Bewertung empfiehlt die SCA eine getrennte Durchführung von Descriptive und Affective Assessment.
Extrinsic Assessment
Zusätzlich können Informationen dokumentiert werden, die über das Tassenprofil und die physische Analyse hinausgehen, beispielsweise zur Herkunft, Varietät, Aufbereitung, Zertifizierungen oder zum Handel.
Unser Angebot
Wir bieten unseren Kunden folgende Bewertungsleistungen nach dem neuen CVA-System an:
Physical Assessment (Rohkaffeeanalyse)
Descriptive Assessment (objektive sensorische Beschreibung)
Affective Assessment (subjektive Qualitätsbewertung nach definierten Kriterien)
Je nach Fragestellung können diese Leistungen einzeln oder kombiniert durchgeführt werden.
Das Q-Grading nach dem CVA-System ist ab sofort bei uns verfügbar. In der Übergangszeit bis November 2028 bieten wir unseren Kunden außerdem weiterhin das bisherige Q-Grading an.
Fazit
Das CVA-System ersetzt das bisherige Q-Grading. Während die physische Analyse weitgehend unverändert bleibt, werden objektive Beschreibung und subjektive Qualitätsbewertung stärker voneinander getrennt. Dadurch können Ergebnisse gezielter an unterschiedliche Anforderungen entlang der Wertschöpfungskette angepasst werden.
Link: Coffee Value Assessment — Specialty Coffee Association